„Dem öffnen sich neue Wege, der anderen einen Pfad weist.“
Paulo Evaristo Kardinal Arns
Vorwort zum folgenden Aufsatz zum Thema Schizophrenie:
Ziel ist es die Allgemeinheit bzgl. Behandlung einer solchen Erkrankung aufzuklären als auch vor allem für Betroffene neue Wege aufzuzeigen, welche parallel zu den notwendigen medizinischen Behandlungen, noch zusätzlich gegangen werden können.
Eine Medizinerin mit ungarischem Ursprung sagte zu mir: Hr. Sokcevic – Sie sind ein wunderbarer Mensch!
Schizophrene sind normale, empfindliche und sehr tiefsinnige Menschen, welche die Welt von einer anderen Perspektive sehen können!
Auch im psychotischen Schub sind wir ansprechbar aber sehr empfindlich und verletzbar!
Nach mehr als 10 Jahren Austausch via E-Mail, mit der absoluten Koryphäe zur Behandlung der Schizophrenie aus der Gegend um Heidelberg, habe ich das bis heute hochwertigste Lob erhalten mit den Worten: „Hr. Sokcevic Sie wirken inspirierend auf meine Behandlungskonzepte!“
Das Lob bezieht sich auf die Behandlungserfolge Zeit Ausbruch meiner Erkrankung.
Zuallerletzt schreibe ich diesen Blog nachdem schon 2009 (erste Behandlung) viele sagten: „Hr. Sokcevic – schreiben Sie ein Buch über Ihre Erlebnisse und die Erkrankung!“
Es fällt mir bis zu diesem Moment wahrlich nicht leicht, mein innerstes an die Öffentlichkeit zu setzen aber der Treiber ist, dass ich anderen damit helfen kann und ggf. das Image der Erkrankung aus der eigenen Erfahrung heraus in ein schöneres und positiveres Licht setzen kann!
„Über viele Dinge kann ich nur mit Gott reden.“
Johann Wolfgang von Goethe

Dzimi im Pausenraum des HBF Frankfurt gegen Weihnachten 2023
Was ist Schizophrenie? – Eine Vorstellung aus eigener Erfahrung!
In einem psychotischen Schub hat der Betroffene Probleme bei der Verarbeitung seiner Sinnesorgane und dem anschließenden Zusammenbau einer sauberen Umweltanalyse durch das Gehirn (Hubprinzip).
Fazit: Diese Menschen sind nicht verrückt, sondern dem ausgeliefert, welche Informationen die Eingabesinnesorgane an das Gehirn weitergeben bzw. vom Gehirn dargestellt werden. Das Gehirn ist dann nicht über den emotionalen Filter in der Lage, korrekt über wichtig und unwichtig zu entscheiden (Priorisierung). D.h. die verzerrten Eingabeinformationen der Sinne, welche bspw. im Echo (Gehör) oder Zeitlupe (Augen) ankommen können, werden bzgl. Rangfolge und Fokus falsch bearbeitet. Das Gehirn versucht ständig einen roten Faden zum Aufbau einer rationalen Gedankenwelt aufzubauen, scheitert jedoch ständig daran, da es durch die asynchrone Informationsverarbeitung überlastet ist.
Dank moderner Medikamente ist der obige Zustand behebbar, sodass der Betroffene eine glasklare Gedankenwelt zurückbekommt. Die Nebenwirkungen sind beträchtlich und so muss der Betroffene oftmals einen Lebenswandel (gesunde Lebensweise) durchführen um die Nebenwirkungen kompensieren zu können.

Verklärte Gedanken in Bezug zu einem Gemälde aus dem Bereich der abstrakten Kunst
Der Weg zum Glück:
Annahme: „In einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist!“
Der Patient muss ein gesundes Umfeld für das Gehirn schaffen.
1. Schritt: Entspannungsübungen (Kontemplation, Autogenes Training)
2. Schritt: Verbale und schriftliche Psychotherapie.
3. Schritt: Arbeitstherapie: Nur durch Arbeit werden Erfolge für das Selbstwertgefühl erzielt. Arbeit ist der Mörtel des Hausbaus: „Genesung Psyche“.
4. Schritt: Sport wie Schwimmen, Laufen oder Krafttraining.
5. Schritt: Eine gesunde Ernährung halten. Ziel ist das Wiedererreichen des optimalen Körpergewichts.
Autor: Dzimi Sokcevic, ca. 2018 in einer Nachtschicht geschrieben
„Wenn wir neu beginnen, dann wirkt der Heilige Geist ein Wunder: Er befreit uns, er läutert uns und er macht uns zu Menschen, die lieben.“
Frère Roger
Chronik:
Mit dem Tod meiner Mutter (Oktober 2007) bin ich an Schizophrenie erkrankt. Zunächst habe ich das damals neueste Medikament Ziprasidon eingenommen, was jedoch sehr starke Nebenwirkungen hatte (Sedierung und daraus folgende Müdigkeit). Im Krankenhaus heraus, habe ich mich für Jobs beworben und habe in Stuttgart an der Börse in der IT eine Festanstellung zu tollen Konditionen erhalten. Aber diesen Traumjob konnte ich nicht lange durchhalten, da ich damals völlig unwissend über die Auswirkungen meiner Erkrankung der Schizophrenie für die Arbeit war. Nichtdestotrotz sagte mir meine damalige visionäre Oberärztin im Krankenhaus: „Sie können arbeiten!“
Vom Start der Medikation unter Ziprasidon für die ersten drei Jahre (2008 – 2010) konnte ich beinahe nichts mehr organisiert bekommen. Ich habe mehr geschlafen und gegessen als dass ich wach war. Dennoch habe ich es an die TU-Dresden geschafft (Pasta-Teller unter 2 Euro 😉 mit herrlichen Saucen in der Mensa) und habe einige aufwendige Prüfungen erfolgreich bestanden. Die erste Zeit leidet man stark unter kognitiven Defiziten, bis sich das Gehirn wieder erholt (2-3 Jahre). Mit 30 Jahren wollte ich nicht mehr an der Uni sein und habe mir wieder einen Job gesucht, welcher aber aufgrund der Dauermüdigkeit unter Ziprasidon und nun aufkommenden neurotischen Attacken scheiterte (Bank aus dem DAX).
Dann (2010) habe ich einen Medikamentenwechsel auf die Tablettenform Aripriprazole durchgeführt und dabei meinen nahen Leidensgenossen aus Monn’em kennen gelernt! Wir beide waren gesundheitlich an der ersten Talsohle unseres Lebens (< 30) angekommen und fragten uns: „Was jetzt ?“ Anfangs tauschten
wir uns über unsere Problematiken und Herausforderungen aus und motivierten uns gegenseitig wieder eine Arbeit aufzunehmen. Zuerst hat es mein Kollege, aus Monn’em, mit mittleren bis schweren Depressionen, nach dem 2. Anlauf und Verhandlungsgeschick in einen weltweit agierenden IT-Konzern geschafft.
Dzimi folgte nach einem kontemplativen Jahr in Porec (HR) mit täglichem Rosenkranz und hl. Messe (2014) als Flüchtlingshelfer, dann IT-Techniker und nun Deutsche Bahn im Service.
Unter der Tablettenform Aripriprazole hatte ich heftige Schlafstörungen im Sinne von Schlafunterbrechungen alle 2-3h für nochmals 2h. Aber ich dachte mir während der ersten beiden Arbeitsstellen von 2015 – 2019: Alles ist besser als zu Hause rumsitzen, womit ich unter
Müdigkeitsschmerzen auf die Arbeit bin! Ein dauerhafter Schlaf war für mich nicht mehr vorstellbar und ich dachte mir nur: ‚So ein Medikament kann es nicht geben, welches meinen Schlaf wiederherstellen
kann‘.
„Alle Tugend verlangt Ausdauer.“
Katharina von Siena
Heilung
Auch hier irrte ich mich vollends und wurde – Gottseidank – eines besseren belehrt bzw. durfte auch hier Heilung erfahren. Der große Gamechanger für das Berufliche (2020) ist mit der Depotform (Spritze alle 28 Tage) des Aripriprazole gekommen!
Heilung I: Komplett kristallklare und strukturierte Gedankengänge anstelle partieller surrealer Gedankenblasen!
Heilung II: Durchgehender Schlaf ab 8h!
Heilung III: Motivation und Biss für alle Projekte waren wieder vorhanden!
Heilung IV: Appetit hat sich wieder normalisiert!
„Über viele Jahre und unter großen Kosten reiste ich durch viele Länder, sah die hohen Berge, die Ozeane. Nur was ich nicht sah, war der funkelnde Tautropfen im Gras gleich vor meiner Tür.“
Rabindranath Tagore
Strategien aus der Erkrankung Schizophrenie
Zuallererst muss die Arbeitsfähigkeit wieder erlangt werden!
Die Rangfolge ist einen berufsbildenden Abschluss (Whatever It Costs) abzuschließen und dann kann es auf die Pirsch (Job) gehen! Dabei ist es für die erste Zeit völlig egal, welchen Job man hat bzw. ob er dem
Bildungsabschluss entspricht.
Die Karten werden im Leben öfters neu gemischt – bedeutet: Arbeiten und Zeit aufholen. Mit der Erfahrung: Meistern Schizophrenie seit Ihr mit überragendem Anteil allen anderen Konkurrenten überlegen. Bleiben noch die Schwächen (bei mir neurotische Attacken) die man nach hinten setzen & die Stärken (Mustererkennung in sozialen Gefügen) nach vorne stellen muss.
Mustererkennung ein typisches Merkmal der Schizophrenie auch im eingestellten Modus.
-> Es lässt einen nie los … 😉
Leichter gesagt als getan aber ich arbeite mit einer Sozialneurose am mit größten Bahnhof von Deutschland und dem wohl wichtigsten Bahnknotenpunkt in Europa -> Frankfurt <- mit einem durchschnittlichem Passantenaufkommen von 400.000 Menschen pro Tag.
Wer hat Angst vor Menschen ? … nach 9 Monaten am Frankfurter Bahnhof kennt man keine Angst mehr vor Menschen 😉
-> Mit dieser massiven Konfrontationsstrategie habe ich mich stark desensibilisiert und konnte mich an Menschen gewöhnen, jedoch klappt das auch nicht immer und nicht in jeder Situation.
„Was wäre das Leben hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren ?“
Vincent van Gogh
Ausblick und persönliches Resumee:
Zeit der ersten Behandlung meiner Schizophrenie ist es nun mehr als 15 Jahre her!
Waren die damaligen innovativen Medikamente soweit fähig, den Patienten in der Freizeit stabil zu halten (ohne psychotische Schübe), so können die heutigen Medikamente den Patienten auch unter Arbeit (auch sehr stressige Jobs) stabil halten.
Ich kann auch schwere Tage haben aber ich denke mir immer und immer wieder: „Alles besser als zu Hause rumsitzen!“
Seit bald 10 Jahren arbeite ich unter Schichten. Die ersten Jahre auch unter Nachtschichten (Anwesenheit). Schichtdienst ist eine Komponente, die gegen ein dauerhaftes Halten (Gesundheit) einer vollen und festen Anstellung ist. Trotzdem – habe ich mit viel Motivation aus meinem Umfeld (Ärzte, Krankenschwestern & Freunde) den Sprung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis geschafft. Zwar noch immer unter meiner schulischen Ausbildung (Dipl. Wirtsch. Inf. (FH)) aber ich habe einen Job und nur das zählt!
Jede Schizophrenie ist anders und es bleibt immer etwas übrig. Man darf die Flinte nicht in’s Korn werfen und man muss an den erwähnten 5 Prozent Paketen schnüren.
Ziel ist es, ein Experte seiner eigenen Erkrankung zu werden und aus einem Portfolio an Techniken bzgl. Genesung / Kompensationen zu schöpfen.
Der Trigger (Auslösendes prägendes Erlebnis) hin oder her – ich kann den Trigger nicht profund ausmachen und ich werde es auch nicht ändern können.
Ich muss das Beste aus der Sache machen und die Lebenserfahrung (zweifelsohne) mitnehmen!
Auch kann man sich keine Vorwürfe machen wie: Hätte ich doch Lebenspfad b anstelle a eingeschlagen!
Wenn ich nicht studiert hätte, so hätte mich die Erkrankung an einem anderen Zeitpunkt des Lebens ereilt, bspw. bei einer Unternehmensgründung.
„Lerne zu vergessen, was nutzlos ist, und erinnere dich mit Liebe an alles Schöne.“
Francesco Petrarca
Mein Vater sagte zu mir nach der kontemplativen Zeit in Porec (2014) & Jobstart Flüchtlingshilfe:
„Wie ein Unternehmer zu denken kann sehr hilfreich sein, wenn man eine angeschlagene mentale Gesundheit hat!“
„Willst du ein Meister werden, so schließe einen Pakt mit dir – und halte ihn auch ein! Talent alleine genügt nicht.“
Charles Moore
Es ist letztlich eine parallele Gedankenwelt, die sich im Kopf eines Schizophrenen abspielt. Wir (Schizophrene) betreiben unser Gehirn immer am Limit und denken an viele unterschiedliche Sachen gleichzeitig, um dabei noch zu arbeiten und den Alltag zu meistern. Abschalten bzw. auf einen Punkt konzentrieren, können wir uns schon aber wir können beides – Mehrfachdenken und sich auf eine Sache konzentrieren.
Nur sind wir am Ende des Tages mental deutlich erschöpfter & das täglich im Gegensatz zu einem normalem Menschen.
Das Ende des Beginns der Sozialneurose
Wenn es eine Komponente in meinem Leben gibt, auf welche ich immer Verlass hatte, so meine Beziehung zu Gott.
Auch in meinen dunklen Stunden, als viel Unsicherheit bzgl. Zukunft herrschte, war ich mir sicher: Es wird mit Gebeten und Gottvertrauen besser werden!
Springender Punkt war die dauerhafte Strukturierung im Sinne eines wiederholenden Tagespensums in Porec (HR) in der Rosenkranzgruppe und der anschließenden hl. Messe (täglich über ein Jahr, 2014).
Auf dieser Schnur konnte ich aufbauen und habe darauffolgend den ersten Job in der Flüchtlingshilfe gestartet!
Es lief die letzten 15 Jahre wahrlich nicht immer alles glatt und nach Plan (Rückkehr in die Bank).
Aber mit Kraft des heiligen Geistes bin ich absolut sicher, dass mich diese unbändige Kraft an die Positionen des Lebens führen wird, welche für mich vorgesehen ist.
Wie sagte ein evangelischer Pastor zu mir: „Dzimi, es gibt keinen Zufall!“ 😉
Juli 2024
Wenn die Theorie auf die Erfahrung warten sollte, so käme sie nie zustande.
Novalis
Am 5. Juni 2025 wurde mir das innovativste Medikament als Depotspritze verabreicht. Das neue Medikament (Wirkstoff: Aripiprazole) wirkt jetzt 56 Tage anstelle 28 Tage und hat auch nach meinem Empfinden eine nochmals spürbar bessere Wirkung ggü. dem ersten Depot (28 Tage).
Mich plagen seit über einer Dekade meine Ängste in sozialer Interaktion (bspw. Gespräche), welche ich nur spärlich auch mit allerhand Techniken auf Dauer in den Griff bekommen konnte. Heute bin ich im Wirkungstag sechs der Anwendung des neuen Medikaments und eine zweite Stufe der Heilung hat für mich stattgefunden: Ich bin angstfrei!
Der Tag der Verabreichung des neuen Medikaments (5. Juni), ist der Gedenktag in der katholischen Kirche für den hl. Bonifatius.

Zum Gedenken am Grab des hl. Bonifatius mit Dzimi Sokcevic in Fulda (Dom), Juni 2025
Juni 2025
„Habt keine Angst vor dem Herrn, der an uns vorbeigeht und uns ins Ohr flüstert, der sich zu uns herabbeugt und uns seine Hand reicht, um uns wieder aufzurichten, wenn wir fallen. Habt keine Angst ihn in euer Leben zu lassen.“ (Papst Franziskus)
Verzweifle nicht!
Seit nun ca. sechs Monaten bekomme ich das innovativste Medikament in Depotform als Spritze. Der erste Wink bzgl. Abschaltung Angst (erkennbares Gefühl), kam schon ab ca. Tag 4 aber jetzt im sechsten Monat der Einwirkung bin ich absolut beschwerdefrei, im Vergleich zu den Zeiten unter der Tablettenform (Aripiprazol) und dann das erste Depot (28 Tage).
Ich kann alle gesellschaftlichen Begegnungen nun auch zelebrieren, seien es berufliche (Meetings) oder im privaten Bereich (Anlässe). Davor waren solche Events immer ein großer Graus für mich (Ängste).
Noch immer keine Zigarette und kein Alkohol! (im nun bald siebten Jahr)
Ich kann nur eines sagen: Halleluja!
November 2025
Progressive Aussichten:
Im nun neunten Monat der Anwendung des neuesten Medikaments gegen meine Schizophrenie kann ich noch immer sagen: „Einfach herrlich – die Wirkung!“
Das Depot benötigt in der neuen Tranche nach Spritzung in den Muskel ca. 2-4 Tage bis es die maximale Entfaltung im Gehirn erreicht. Dieses Niveau wird nach meiner persönlichen Beobachtung sechs Wochen gehalten, bis sich dann die letzten 7-10 Tage die Wirkung um gefühlt 25% reduziert. Es entstehen dabei keine psychotischen Episoden aber ich merke es in einer deutlich reduzierten Reizabschirmung in der sozialen Interaktion. Die letzten 2-4 Tage sind dann sehr eindeutig vom Einfallen des Wirkmechanismus.
Dann ist es wieder Zeit für den Einsatz meiner Krankenschwester – die Frau mit der neuen Spritze! 🙂
Vergleiche ich die Wirkeffizienz von der Tablettenform Aripiprazol und dem ersten Depot (28 Tage) bis zum nun neuesten Depot (bis 56 Tage) so war jede Einführung der drei Stufen ein Super-Booster!
Booster I: Ziprasidon – Tablettenform Aripiprazol (2010)
– Erste Ansätze der dauerhaften Motivation & damit Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit (ab 2014)
Booster II: Tablettenform Aripripazol zum ersten Depot Aripiprazol (2020)
– Kristallklare Gedankenstrukturen & Biss für alle Projekte – Schlaf wiederhergestellt
Booster III: Erstes Depot Aripiprazol (28 Tage) zum zweiten Depot Aripiprazol (56 Tage) (2025)
– Neurose (Ängste) erloschen & unverwüstliche Stabilität
Insidertipp an alle anderen Krankenschwestern und medizinischem Personal:
Die Spritze wird in den Po-Bereich Richtung Hüfte bei mir injiziert und zwar im Wechselspiel der Seiten je Tranche. Das Medikament in der Spritze ist relativ dickflüssig und wird langsam in Wellen mit bis zu 2 Minuten injiziert, um den Muskel langsam mit dem Medikament anzureichern. Es empfiehlt sich die Tranche von 8 Wochen auf 7 Wochen zu reduzieren. Vor allem wenn man berufstätig ist (bei mir die fallende Reizabschirmung in den letzten 7 Tagen der Tranchenlänge).
Persönliches Résumé bzgl. meiner Medikamente (Typ Neuroleptika):
Um es sehr ehrlich zu definieren- die Wirkungsweise vom ersten Medikament Ziprasidon (ca. 3 Jahre) war von der Sedierung (Komponente Beruhigung) im Vergleich wie eine tägliche Flasche Schnaps aber ohne die Umdrehungen im Kopf. Eher die Momente, wenn man anfängt auszunüchtern. (Die vermeintliche Delle in der Motivation & die Sprüche wie: „Hab dich nicht so…“)
Damals dachte ich nur: „Trotzdem besser als das ‚Durcheinander‘ im Kopf ohne Ziprasidon!“
Die Erwerbsfähigkeit wurde – gottseidank- durch das Aripiprazole in Tablettenform wiederhergestellt aber trotzdem plagten mich Schlafstörungen in der Unterbrechung des täglichen Tiefschlafes auf Stunden und eine mäßige psychische Stabilität unter Arbeit (sehr leichte & kurzfristige psychotische Episoden).
Aber die Hauptsache war: „Ich kann und will arbeiten!“
Das verlassen der Schwerkraft der Erde wurde mit dem ersten Depot (alle 28 Tage) erreicht (Mega-Booster). Bevor dieses überhaupt eingeführt wurde, musste oft auf mich seitens Facharzt eingeredet werden, bis ich mir sagte – nun gut, ich probiere nun das Medikament Nummer X aus, um wieder festzustellen, dass es keine Besserung in der Wirkung geben wird.
Weit gefehlt: Das neue Depot ist der Einstieg in eine völlig neue Belastungsfähigkeit gewesen & vor allem – die kristallklaren Gedankenstrukturen! (Bischen wie wenn man beschwipst ist, die Struktur innerhalb der Gedanken (Durcheinander) im Vergleich zum nüchternen Zustand).
Das Depot wurde injiziert und ziemlich genau nach zehn Tagen, nach dem Aufwachen ist es wie ein Vorhang gefallen und war (wieder) da – Ich kann wieder klar Gedanken fassen!
Letzterer Moment – klare Gedanken – gehört mit meinem Soloflug mit ca. 15 Jahren und meiner Diplomübergabe (Sponsion) zu den schönsten Momenten / Erfolgen in meinem Leben! 🙂
Blieb noch die ANGST in Form der selbstdefinierten Sozialneurose übrig, welche es zu überwinden galt!
Das ist (war) die Bremse für so einiges im privaten als auch im beruflichen Bereich!
Mein Facharzt hat die innovative Komponente 56 Tage Zyklus anstelle 28 Tage Zyklus der Injektion leise angekündigt, mit dem Vermerk – dass der neue Zyklus einen besseren Wirkmechanismus hat.
Auch hier, wie immer, war ich nach über einer Dekade der Angst und etlichen Medikamenten auch sehr skeptisch und ich dachte mir nur: Die Ängste kann man nicht abschalten!
Das Medikament wurde am 5. Juni 2025 gespritzt und nach schon wenigen Tagen kam der erste Hauch an Angstminderung (keine Neuroblitze mehr). Jetzt im neunten Monat der Anwendung kann ich noch immer sagen: „Die Angst ist abgeschaltet!“ Jedoch sind noch leichte Schwankungen durch die Wirkungsintervalle vorhanden. Ich habe keine Angst (Neuroblitze) mehr vor Menschen oder Begegnungen aber ich muss mich nicht in die „Menschenmenge“ begeben (unwohles Gefühl).
Fazit: Eine revolutionierende Steigerung im positiven Wirkmechanismus (keine Angst) im Vergleich zum ersten Depot oder allen anderen Medikamenten vorher!
März 2026
Die Wissenschaft kann das letzte Geheimnis der Natur nicht lösen. Und das liegt daran, dass wir letztlich selbst Teil des Geheimnisses sind, das wir zu lösen versuchen.
– Max Planck –